Aufbruchstimmung und nostalgische Utopie

1968 steht für Befreiung, Aufbrechen von gesellschaftlichen Strukturen und so vieles mehr. Bilder von Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg, Häuserkämpfen, Gewerkschaften haben sich unlängst tief verankert. Auch in Köln bildet sich eine linke und alternative Szene, die bunt, groß und vielgestaltig ist. Ina Hoerner-Theodor, Reiner Schmidt von „Köln gegen Rechts“ und Bürgerinitiativler Pui von Schwind (Bürgerinitiative südliche Altstadt (BISA) u.a.) waren Protagonisten einer Zeit, in der viel angestoßen und gewagt, manchmal gewonnen und manchmal verloren wurde. Ihre Erfahrungen teilten sie mit 125 anderen AutorInnen in dem 2014 beim Kiwi-Verlag erschienenen Band „Die Stadt, das Land, die Welt verändern“ und sie nehmen dieses Buch als Basis für ihre Veranstaltungsreihe „1968/2018 Blick zurück nach vorn“.

Mit zwölf Veranstaltungen wollen sie eine Linie zwischen damals und heute ziehen. Die Auftaktveranstaltung „Demokratie wagen! Vom Republikanischen Club zu attac“, im Januar von Schwind eröffnet, hatte unter anderem Irene Franken vom Frauengeschichtsverein zu Gast. Neben einem Rückblick auf die Entstehung linkspolitischer Kämpfe, gab der Abend einen Diskurs gegenwärtiger Akteure, die außerhalb des Parlaments hochpolitisch arbeiten, wie attac oder campact.

In den kommenden Lesungen, Diskussionen, Vorträgen soll es nicht um ein Schwelgen in der Vergangenheit gehen, sondern darum, dass sich in unserer Gesellschaft von heute viele Auswirkungen aus 1968 finden. Mit direkter Partizipation und unmittelbarer Beteiligung arbeiten und kämpfen heutige Initiativen und Projekte. Bei der Zusammenkunft in der Alten Feuerwache (16.2., 19.30 Uhr) wird das Konzept einer basisorientierten Alternative zur repräsentativen Demokratie exponiert, denn „Basisdemokratie ist machbar“.

Doch kein Rückblick auf 1968, ohne auf 1918 einzugehen: Novemberrevolution und das damit verbundene Ende des Ersten Weltkriegs, Gründungsparteitag der KPD. Mit „Make capitalism history“ lädt das DGB-Haus (3.5., 19 Uhr) dazu ein, soziale Ungleichheiten „vom Proletariat zum Prekariat im digitalen Kapitalismus“ zu betrachten.

choices, 02/18

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