Daniel Rousta – Der geschenkte Kommentar

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„Netter kleiner ‚Shitstorm‘, der da gerade über die FDPisser hereinbricht“

Da galoppierte der Gaul durch das Maul von Herrn Daniel Rousta. Ein kleiner Kommentar auf Facebook kann jetzt einen Rauswurf zur Folge haben.

Am 29. März äußerte sich der Amtschef des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg über sein öffentlich sichtbares Facebook-Profil kritisch über die FDP und deren Verweigerung einer Rettung der Schlecker-Frauen. In seinem Posting, welches ermittlerweile gelöscht hat, schrieb er: „Netter kleiner ‚Shitstorm‘, der da gerade über die FDPisser hereinbricht“. Daraufhin bricht auch über Rousta ein Shitstorm herein: die Opposition und der Finanzminister der SPD, Nils Schmid, fordern seinen Rücktritt: „Ich missbillige ausdrücklich die privaten Postings von Daniel Rousta. Siesind eines Beamten unangemessen.“ Rousta, der sich gerade auf einer Dienstreise in Russland befindet, entschuldigte sich am Mittwoch mit einem Posting bei Facebook. Die Entschuldigung ist zum einen an seine Facebook-Freunde und zum anderen an die FDP gerichtet: „In dem einen Fall ist mireinfach der Gaul durchgegangen – sorry, Herr Rülke, sorry, Liberale dieser Welt.“ Doch das nützt ihmnichts.

Wie ein führender Sozialdemokrat am Donnerstag mitteilte, „ist er nächste Woche nicht mehr im Amt“. Das wäre damit der erste Rauswurf bei der grün-roten Regierung. Der 38-jährige Jurist Rousta trat 1989 in die SPD ein. 2011 leitete er die Kampagne der Landtagswahlen in Baden-Württemberg. Kein ganzes Jahr konnte sich der Ministerialdirektor halten. Seine öffentliche Entschuldigung scheint ihnnicht mehr vor einem Rauswurf zu retten, Sympathiepunkte kann er hingegen sammeln. Die meisten seiner Facebook-Freunde halten die Reaktionen für „überzogen“ und sprechen Rousta ihren Respekt aus, zu seinem Fehler zu stehen. Ein Ministeriumssprecher gibt Rousta ein wenig Rückendeckung und erklärt auf Nachfrage, „die Facebook-Seite sei ganz klar privat“. Rousta hat „hier auf Facebook“ seinem „Ärger Luft gemacht“. Und da stellt sich die Frage, inwieweit Personen im öffentlichen Dienst sich mit Äußerungen, die auf dem privaten Profil eines sozialen Netzwerks, in dem eseben darum geht, zu kommunizieren, zurückhalten sollten. Heute kehrt er aus Russland zurück und wird sich einem Gespräch mit Schmid „über seine Konsequenzen aus diesem Fehlverhalten stellen müssen“. Zumindest bekommt er jetzt mit Sicherheit endlich seinen Wikipediaeintrag.

taz. die tageszeitung, 21.04.2012

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